Namlos






Namlos ist eine Gemeinde mit 76 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Reutte, Tirol (Österreich). Ortsteil ist Kelmen. Die Kleingemeinde liegt im Namloser Tal, einem Seitental des Lechtals auf 1263 m ü.A. Der Ort ist beidseitig vom Lechtal über Stanzach (10 km) und vom Zwischentoren über Berwang (13 km) zu erreichen. Das Namlosertal mündet bei Stanzach in das Lechtal.



Geschichte


Das Gemeindegebiet war früher ein dichter Wald. Der große Wildreichtum lockte um 800 n.Chr. Jäger aus der Imster Gegend an. Die Almen gehörten bis Ende des 13. Jahrhunderts zu Imst. Namlos wurde als landesfürstlicher Schwaighof "Namles" 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Namlos gehörte politisch und kirchlich zu Imst, später zu Berwang und seit 1427 zum Gericht Ernberg. Um 1553 bestanden in Namlos 8 und in Kelmen 10 Haushaltungen. Im Gegensatz zum übrigen Außerfern zogen früher die Männer aus Namlos im Winter in die Fremde. Die Toten wurden über das "Steinjöchl" nach Dormitz gebracht. 1660 wurde in Namlos eine Kapelle gebaut und am 8. Juni 1666 vom Weihbischof Jesse Perkhofer aus Brixen eingeweiht. Die heutige Kirche "St. Martin" stammt aus dem Jahre 1714, wurde 1739 erweitert und 1751 von Fürstbischof Leopold eingeweiht. Am 8. Oktober 1930 lag Namlos im Epizentrum eines Erdbebens, das als „Namloser Beben“ bekannt ist. 16 Erdstöße bis zur Stärke 7,5 der zwölfteiligen Mercalli-Cancani-Sieberg-Skala bzw. 5,3 der Richterskala erschütterten das Dorf. Von 47 Kaminen stürzten damals 31 ein. Die Gemeinde Namlos/Kelmen wurde erst im Jahre 1949 zu einer selbständigen politischen Gemeinde. Das Wappen der Gemeinde stellt eine Kuhglocke dar. Das Wappen errinnert an die Besiedlungsgeschichte der Gemeinde, da die Namloser früher ausschließlich von der Rinderhaltung lebten. Der Ortsname "Namlos" leitet sich vermutlich von dem damaligen Besiedler "Amel" ab. Einige Zeit lang trug der Ort den Namen "Namles", ehe er in das heutige "Namlos" umbenannt wurde. Unwahrscheinlich hingegen ist die Theorie, der Name leite sich von der Bezeichnung "namenloses Dorf" ab.

Wirtschaft


Der Ort ist seit einigen Jahren von der Abwanderung bedroht. Immer mehr Bewohner zieht es in den nächstgelegenen Ballungsraum des Bezirkshauptortes Reutte. Grund hierfür ist vor allem das weitaus größere Arbeitsangebot. Die Viehzucht nimmt bei weitem nicht mehr einen so hohen Stellenwert wie noch vor einigen Jahren ein, so zählt das gesamte Braunvieh der Bauern in Namlos nur noch knapp 10 Stück. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Bewohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Trotz seiner geringen Größe ist das kleine Bergdorf in einigen Hinsichten sehr aktiv. Beispiele hierfür sind die eigenständige Freiwillige Feuerwehr, die Bergwacht, die Eigenjagd, die Agrargemeinschaft und die Musikkapelle Namlos. Die Volks- bzw. Hauptschule gibt es seit 2013 allerdings nicht mehr. Diese wurde aufgrund der zu geringen Schüleranzahl geschlossen. Die Kirche in Namlos ist dem Hl. Martin geweiht und stammt aus dem Jahre 1714.

Tourismus


Seit bereits vielen Jahren ist die Haupteinnahmequelle des Ortes der Tourismus. Es gibt zwei Gasthäuser in Namlos (Gasthof Kreuz und Gasthof Namloserhof) und ein Gasthaus im Ortsteil Kelmen (Gasthof Wetterspitze). Hinzu kommen noch kleinere Vermieter und Pensionen, deren Angebot sich auf Zimmer und Ferienwohnungen beschränkt. Im Sommer finden Touristen vor allem wegen des großen Wanderangebotes nach Namlos. Beliebte Wanderziele sind die Namloser Wetterspitze, die Knittelkarspitze, die Engelspitze, die Anhalter Hütte, der Dreiensee und das nahegelegene Almdorf Fallerschein. Sportler, Biker, Tagesgäste, Familien und zahlreiche weitere Personengruppen schätzen den Aufenthalt im Namloser Tal. Die Namloser Straße (L21) ist eine allseits bekannte und beliebte Motorradstrecke. Im Winter bietet vor allem das nahegelegene, ca. 13 km entfernte Berwanger Skigebiet touristische Angebote.